Mea Sponte http://www.mea-sponte.de Aus eigenem Antrieb posterous.com Sun, 30 Jan 2011 14:36:00 -0800 Der größte aller Mörder http://www.mea-sponte.de/der-grosste-aller-morder http://www.mea-sponte.de/der-grosste-aller-morder

Ungehorsam als zivilisatorische Leistung

Man hört immer gerne die Gegeneinaderrechung der Opfer von Ideologien, Kriegen, Staaten, Führern und Religionen. Wer ist das größte aller Ungeheuer unter den menschlichen Wesen und Gedankenkonstrukten? Welche Ideologie, welche Geistesregung kann die meisten Opfer auf ihre Fahne schreiben? Der Völkerhass und die Kriegsvernarrtheit des Nationalsozialismus, die hasserfüllte Gnadenlosigkeit Hitlers? Doch eher die gnadenlose Gleichheitssense des Kommunismus, die Köpfe gleich Grashalmen fallen ließ, das paranoid-tyrannische Machtspiel Stalins? Vielleicht sogar die nicht weniger kriegerische "moderne Demokratie", deren Absolutheitssanspruch sie in die ganze Welt trägt? Oder doch eher Religionen? Vielleicht das kreuzfahrende und hexenjagende Christentum? Der Islam, auf dessen Grundlage bis heute unwürdigste Verbrechen aufgebaut werden? Immer wieder sieht man die Vertreter - oder Gegner - der einen oder anderen Geisteshaltung sich wilde Kämpfe um die Zerstörungskraft der einen oder anderen Idee, sei sie politisch oder religiös, schlagen. Antifaschisten, Antikommunisten, Islamgegner, Christenfeinde, sie alle richten sich gegen bestimmte Lehren und Glaubensinhalte - und jeder verkündet stolz, dass er sich einer mörderischen Ideologie entgegenstelle. "Sozialismus ist Mord!", mag der Liberale tönen. "Faschismus ist Mord!", tönt der Sozialist. "Der Islam ist Mord!", tönen die immer penetranter auftretenden "Islamkritiker". "Religion ist Mord!", hört man aus dem Munde der Atheisten. Aus dem Mund von Anarchisten tönt es gerne "Der Staat ist Mord!".

Was also ist das größte geistige oder sogar fleischliche Ungeheuer der Menschheit, ihres Wesens und ihrer Geschichte?

Politische Verbrechen
Wir neigen dazu, in der Politik bzw. der politischen Geschichte entweder sehr zu abstrahieren oder sehr zu personalisieren.

Zuerst die Abstraktion: Das Gegenteil des Verweises auf einzelne Personen, der, wie wir oben gesehen haben, inkorrekt ist, ist der Verweis auf eine ganze Idee/Ideologie.
Ich frage: Wann hat der Sozialismus, der Faschismus oder Islam je eine Waffe in die Hand genommen und sie einem Opfer an den Kopf gesetzt? Ideen töten nicht, denn Ideen sind immateriell. Zum Mord wird eine Idee erst durch die Hand eines ihr folgenden Mörders. Und auch die abstrakte Idee des Staates ist kein Mörder - nie habe ich einen "Staat" eine Waffe ergreifen sehen. Wir sehen: Ideologien töten nicht. Menschen töten. Und das lenkt unsere Aufmerksamkeit auf das Wirkliche: Auf den handelnden Menschen.

Dies führt uns gleich zur Personalisierung: Wir sagen:  "Stalin beseitigte alleine im Zuge seiner "Säuberungen" bis zu 20 Millionen Menschen." oder "Hitler fielen durch deutsche Verbrechen (abseits der Kriegshandlungen) knapp 13 Millionen Menschen zum Opfer."Wir sprechen hier natürlich metaphorisch. Gewiss war es nicht der gescheiterte braunauer Künstler, der die Juden in die Lager und Gaskammern drängte, der ganze Völker mit vorgehaltener Waffe vertrieb oder in Arbeitslager sperrte, der an der Front Millionen von Soldaten ermordete. Sondern es waren Millionen junge Männer (und auch Frauen), die nur an den Lippen ihres Führers hingen, die Waffe entsichert und zu jeder Gräueltat bereit. Hitler beging in seiner Regierungszeit nicht einen Mord. Er sperrte niemanden in Lager und vernichtete nicht eine Stadt. Alles was er tat, war davon zu sprechen. Es waren Worte, bloße ausgesprochene Gedanken eines Einzelnen, fast schon lächerlichen Menschleins.
Haben also diese Worte irgendeinem Menschen das Leben genommen? Nein. Worte, Ideen töten keine Menschen, der millionenfache Mord wurde von Hand jener begangen, die den Worten ihres Führers, ihres "Staates", gehorchten. Hätten sie es nicht getan, in Berlin hätte ein geistig verwirrter Hassprediger gestanden und sich heiser geredet, nicht ein Schuss wäre gefallen, nicht ein Mensch hätte sein Leben gelassen.
Gewiss waren die wenigsten überzeugte Nationalsozialisten, sie hätten aus eigenem Antrieb ohne den Befehl ihres Führers niemals derartige Verbrechen auch nur im Sinn  gehabt. Wenn aber die Verbrechen weder von jedem einzelnen ausgehen, noch vom einzelnen Befehlenden, was ermöglichte sie dann?

Religion
Bewegen wir uns einmal abseits von politischer Ideenwelt und Führerschaft und betrachten wir das zweite angesprochene Feld: Die Religion.
Auch hier wird immer starke Kritik angebracht: Der Islam, das Christentum, das Judentum und jede andere Religion enthalten ohne Frage unzählige mehr als fragwürdige Inhalte. Offen wird dort, das halten die Anhänger der Religionen sich gegenseitig und der Atheist allen gerne vor, zu Raub, Unterdrückung oder sogar Mord aufgerufen. Und unzweifelhaft: Unzählige Millionen Menschen fanden den Tod unter der Begründung, die Religion, Gott gebiete es. Sind also die Religionen unterdrückerisch und hassverbreitend? Sind sie die wahren Ungeheuer der menschlichen Geschichte?
Und wieder kann ich obiges aufgreifen. Ich frage alle Islamkritiker: Wann hat jemals der Islam einen Stein ergriffen und eine Ehebrecherin gesteinigt? Und wieder: Religionen morden nicht, Menschen morden. Ich möchte hier auch auf einen grandiosen Artikel von Stefan Blankertz verweisen, der sich mit eben solchen verbrechersichen religiösen Geboten beschäftigt. Er kommt sinngemäß zum Schluss, dass die religiösen Gebote sich immer erst im handelnden Menschen verwirklichen, der sie, wie alle seine Handlungen, seinem eigenen Gewissen unterwerfen muss.
Und genau dieser Punkt führt uns zur Antwort auf die Frage nach dem größten Mörder.

Das eigene Gewissen?
Folgten die mordenden Untergebenen Hitlers, Stalins oder die mordenden Christen und Moslems in ihren heiligen Kriegen ihrem eigenen Urteil? Nichts taten sie weniger. Sie folgten Befehlen und Geboten einzelner, seien es politische Führer, religiöse Propheten und Kultverfasser oder auch politischer Propheten. Sie unterstellten ihre eigene Handlung nicht mehr sich selbst, sondern anderen Menschen. Allem genannten Übel ist dieses Eine gemein: Es wurde erst durch das wahre Ungeheuer, die große Fehlentwicklung des Menschengeschlechts möglich: Den Gehorsam. Und hier haben wir ihn, den größten aller Mörder. Nicht "der Sozialismus" oder "Faschismus" mordete, sondern die gehorsamen Menschen, die ihr Gewissen unter fremden Befehlen ausschalteten, nicht der Islam oder das Christentum sind ein Problem, sondern der Gehorsam Menschen, die den Geboten jener Kulte unreflektiert folgen. Nichts ist so gefährlich wie Gehorsam.
Wenn es auch individuelle Morde, sei es aus Eigennutz oder im Affekt, gibt, ist es doch einleuchtend: Ich denke ich brauche keine Zahlen anzuführen um aufzuzeigen, dass die Opfer von Kriegen, Völkermorden und Ähnlichem, also die Opfer von Befehlsausführungen tausendmal höher sind als es die Zahlen individueller Morde je sein werden. Dem eigenen Gewissen folgend neigt der Mensch - aus Reziprozität - eher zur Friedsamkeit als zur Gewalt.

Der Gehorsam erst, macht ihn zum Mörder, der Gehorsam erst, weckt das gnadenlose Ungeheuer. Der Gehorsam gegenüber allen Geboten, losgelöst vom eigenen Urteil.


Der ökonomische Unnutzen des Gehorsams
Dieser radikalen Gefahr des Gehorsams liegt eine simple ökonomische Begebenheit zugrunde. Der Mensch ist fehlbar. Gesellschaft, als Mittel zur Verwirklichung seiner Zwecke, dient dabei oft als Korrektiv: In zwischenmenschlicher Zusammenarbeit kann sich Gutes zusammenfinden und Schlechtes erkannt und beseitigt werden. Zwei Menschen arbeiten in gegenseitiger Hilfe effizienter als einer, schon deshalb, weil in vielen Menschen mehr Informationen zusammenkommen, als in wenigen. So profitiert jedes Individuum von der gegenseitig optimierenden und ergänzenden Kooperation.
Der Gehorsam beendet diese zivilisatorische Leistung der Zusammenarbeit. Er unterstellt die Handlungen Vieler den Wenigen. Und ebenso wie in freier Zusammenarbeit die Menschen gegenseitig Fehler beheben, werden nun durch Übertragung der Fehler eines Einzelnen Verstandes auf Alle diese Fehler noch multipliziert.
Gehorsam zeigt sich somit also eine der Gesellschaft (als Summe der Individuen) in jeder Form undienlich.*

Ungehorsam oder Untergang
Gerne führt man heute Reden, man habe "den Faschismus" oder den "totalitären Staat" überwunden. Doch ist das wirklich so? Wir haben gesehen, dass nicht der Faschismus das Problem ist, sondern der Gehorsam. Und tun all die Soldaten, Polizisten, Schreibtischbeamten usw. heute etwas anderes als sie es im dritten Reich taten: Gehorchen, "treu ihre Pflicht tun"? Der Großteil von ihnen würde, das ist eine traurige Wahrheit, die wir nicht ignorieren dürfen, dieselben Dienste auch unter einer faschistischen oder kommunistischen, einer verbrecherischen und tyrannischen Regierung tun.
Es heißt, der Faschismus sei tot. Doch solange der Gehorsam lebt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis irgendeine große Idee, ein großer Führer daher kommt und dem gleichen Gehorsam einen neuen Inhalt unterstellt. Es ist eine glückliche Fügung (und nicht mehr), dass die aktuell Herrschenden das volle Potenzial dieses Gehorsams (noch?) nicht ausnutzen.
Mehr noch: Je mehr der Gehorsam - die Bürokratie, der Zentralismus, die Staatlichkeit (aber auch das unstaatliche Monopol) - sich breit macht, desto schlechter werden die dezentralen Informationen der einzelnen Individuen gesammelt und in freier Zusammenarbeit zusammengefügt. Der Fortschritt stockt, statt gegenseitiger Optimierung macht sich der Primat Einzelner und somit Multiplikation statt Begrenzung derer Fehler breit. Viele Probleme, Krisen und Unzulänglichkeiten, wenn nicht sogar alle, von Staat und Gesellschaft sind auch heute darauf zurückzuführen.

Langfristig stehen wir also vor der Entscheidung zwischen zwei Wegen: Auf der einen Seite steht die Selbstenfaltung, das eigene Gewissen und die Zusammenarbeit und gegenseitige Verbesserung der Individuen. Auf der anderen Seite steht die Unterordnung und die Übertragung und Vermehrung der unkorrigierten Fehler eines Einzelnen, kurzum: Der Gehorsam.
Zivilisatorische Leistung ist primär am Abbau von Gehorsam zu Gunsten des freien, selbst wertenden Ichs zu messen. An der Überwindung des Gehorsams hängt das Schicksal der menschlichen Zivilisation.


* Natürlich ist "Gehorsam" klar zu trennen von "Ansehen" oder "Vorbild". Beides folgt dem System der gegenseitigen Optimierung und niemand ist in allen Bereichen von Werken und Wissen gleich befähigt und angesehen, jeder anderswo ein Vorbild. Die "Autorität" des Gehorsams aber maßt sich an, in nahezu allen oder gar gänzlich allen Bereichen den Untergebenen vorzustehen.

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Tue, 28 Dec 2010 17:29:00 -0800 Gute Vorsätze fürs neue Jahr? Ein offener Brief an alle politischen Würdenträger der "Bundesrepublik Deutschland". http://www.mea-sponte.de/gute-vorsatze-furs-neue-jahr-ein-offener-brie http://www.mea-sponte.de/gute-vorsatze-furs-neue-jahr-ein-offener-brie

Dieser Brief richtet sich an alle, die politisches Amt und politische "Würde" tragen (und natürlich auch jene, die es werden wollen).

Sehr geehrte Damen und Herren,
Wieder einmal neigt sich ein Jahr dem Ende zu und mit den hektischen Tagen um Weihnachten und Neujahr kommt dann und wann auch immer ein wenig Zeit der Ruhe und inneren Besinnung auf.  Und so möchte Ich auch Sie bitten, in einem dieser stillen Momente einmal in sich zu gehen und über ihr Leben nachzudenken - gönnen sie sich das ruhig, über das Leben anderer Menschen machen sie sich ja bereits das ganze restliche Jahr aufopferungsvoll Gedanken.
Das Jahr 2010 war kein leichtes. Eurokrisen, emotionsgeladene Integrationsdebatten, Bürgerproteste, unschöne Ränkespiele und Kämpfe zwischen den Parteien, in den Parteien und schließlich hat auch der durchschnittliche Stummwähler nicht ein lobendes Wort für "die Politik", sei es Regierung oder Opposition, übrig. Ist das nicht unfair? Haben Sie nicht, Ich bin so frei, ihnen dies zu unterstellen, die besten Absichten? Opfern Sie nicht einen Großteil ihres Lebens, ihres Daseins auf und haben am Ende doch kaum mehr als Verdruss?


Ich möchte Ihnen für die besinnlichen Momente des Jahreswechsels nur eine einfache Frage stellen: Wieso tun Sie sich das an? Finden Sie so viel Freude am Politikerdasein mit all seinen Schwierigkeiten und Enttäuschungen?
Und wieder unterstelle Ich Ihnen scheinbar Edeles: Sie wollen sich für Ihre Mitmenschen aufopfern, ihnen helfen, Gutes tun! Dies ist umso schwerer, da diese Menschen es Ihnen kaum danken, aber auch umso edeler. Denken Sie so? Wenn ja, kann ich Sie gerne aus der Pflicht nehmen: Für mich brauchen Sie das nicht zu tun. Und nicht nur Ich entlasse Sie gerne, ich kenne mehr als genug Leute, ja vermutlich ist dies sogar unbewusst die breite Mehrheit der Menschen, die überaus froh wären, einfach mal in Frieden gelassen zu werden. Ich möchte, gute Absichten hin oder her, Ihre Hilfe nicht und es ist nichts edles daran, sie Mir aufzudrängen.
Damit sind Sie also entlassen, befreit von der drückenden Pflicht und Verantwortung. Ob sie das genauso sehen, sei dahingestellt, aber gönnen Sie sich in diesem besinnlichen Moment nur einmal den - rein hypothetischen - Gedanken. Was nun? Sie hätten eine Menge Zeit, ganz abseits vom ewigen Medienrummel, Fraktionszwang und politischem Ränkespiel. Was wollten sie schon immer einmal tun? Da gibt es doch sicher noch einiges, nicht wahr?
Gehen Sie auf Reisen oder sehen sie in der Oper das Stück, das sie immer einmal sehen wollten. Besuchen Sie mal wieder alte Freunde und Verwandte, die Sie viel zu lange nicht mehr gesehen haben. Gehen Sie auf das Konzert der Band, die sonst immer nur dann auf Tour war, wenn Sie im Bundestag darüber streiten mussten, ob die Menschenwürde nun 5 Euro mehr oder weniger wert ist. Kaufen Sie sich von Ihrer üppigen Diät doch einmal einen Gaming-PC oder eine aktuelle Konsole und testen sie eines der Killerspiele an, über die Sie so lebhaft zu streiten wissen. Ich verspreche Ihnen, Zocken macht ganz sicher mehr Spaß, als Zocken zu verbieten! Wieso also letzteres wählen? Experimentieren sie doch einmal mit bewusstseinserweiternden Drogen oder - für den Anfang - auch nur mit Gras, das Sie per Federstreich verboten haben und man trotzdem an jeder Ecke kaufen kann. Auch da macht Konsumieren bestimmt mehr Freude als Verbieten, probieren sie es doch einfach einmal aus. Nennen Sie es meinetwegen "Sachverständigen-Analyse" - in der Begriffsverdrehung sind sie da ja erfahrungsgemäß sehr geschickt, das sollte für Ihr Vergnügen also kein Hindernis sein.
Frau Merkel, ich sehe Ihnen doch an, dass diese ewigen Hosenanzüge sie nur bedrücken. Schnappen Sie sich doch mal wieder ihre Mädels, kramen Sie etwas in ihrem Kleiderschrank und gehen mal wieder ordentlich tanzen! Herr von Guttenberg, wenn Sie schon mit hochwohlgeborenem Adels-Charme versuchen etwas Stil in die Politik zu bringen, machen sie es doch richtig: Leben sie ihren Adel aus! Laden Sie doch in eines ihrer Anwesen ein, ein eleganter Ball, gute Musik, vielleicht laden sie noch den einen oder anderen bildenden Künstler ein - der Kultur wegen - und Sie verbringen tausendmal schönere Tage als in der Politik. Kombiniert mit einer Spendengala erhält da selbst Ihre Gattin die Möglichkeit, sich zu profilieren.
Liebe Politiker, steckt denn keine Kreativität in ihnen? Musizieren Sie, schreiben Sie, dichten Sie, experimentieren Sie in der Küche - hat die stumpfe Tagespolitik und Paragraphenschlägerei nicht zuweilen einen schöpferischen Drang in ihnen geweckt? Werden Sie einmal aktiv!
Liebe Grüne, wenn ihr doch die Umwelt so sehr mögt, gönnt doch Euren Gärten einmal etwas entspannte Aufmerksamkeit, oder unternehmt ausgedehnte Waldspaziergänge - unterstützt vielleicht das lokale Tierheim oder sammelt den Müll aus den Stadtparks. Liebe Konservative, die Ihr für Kultur, Bildung und "Werte" stehen wollt, organisiert doch einmal ein Kulturfest und zeigt uns, was eine "Leitkultur" nach Eurem Dafürhalten hervorbringen kann. Dafür wäre Ich Euch viel dankbarer, als Ich es je für einen Tag im Parlament sein könnte. Liebe Linke, die ihr euch "sozial" nennt, nutzt doch Eure Zeit einmal, um in Suppenküchen und Sozialläden auszuhelfen, sammelt Spendengelder, kurzum bitte ich Sie alle: Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Ideale zu leben. Und wenn Sie das nicht wollen, was können das dann für Ideale sein?

Ich bin sicher Sie werden irgendetwas finden, wofür Ihr Herz sich begeistern lässt. Mehr noch: Machen nicht viele dieser Vorstellungen viel mehr Freude und erfüllen sie und ihre Mitmenschen mit mehr Glück als das graue, ungeliebte politische Tagesgeschen? Gewiss! Wieso also tun sie das, wieso sind sie Politiker? Hören sie doch einfach auf mit dem, das sie nicht glücklich macht. Für Mich tun sie das nicht, Ich spreche sie Mir gegenüber von allen Verpflichtungen frei und - wie gesagt - die meisten Menschen gönnen es Ihnen, dass Sie sich um Ihr eigenes Leben kümmern. Leben Sie doch einmal selbst Ihr Leben, bevor Sie versuchen helfend in die Leben aller anderen Menschen einzugreifen! (Leider, muss ich Ihnen auch sagen, sind diese Eingriffe eigentlich immer eine ausgesprochene Pfuscherei)


Wenn Sie aber weiterhin ihr "Amt" ausüben, obwohl ich Sie doch freispreche, bleibt eigentlich nur noch eine weitere Möglichkeit: Sie finden persönlichen Genuss an ihren Privilegien, ziehen Profit aus ihren Verbindungen zu Regierungen und Konzernen, die wirklich produktive wirtschaftliche Arbeitswelt fürchtend, welche sie kaputt "geholfen" haben. Sie leben, ganz wie die Kaiser und Könige der früheren Tage, Ihr hohes Leben auf Kosten der breiten, dafür zahlenden Mehrheit aus,  die Sie egoistisch ausbeuten. Nicht dass Ich etwas gegen gesunden Egoismus hätte. Seien sie ruhig egoistisch und leben Sie - wie oben gesagt - Ihr eigenes Leben endlich aus. Aber bleiben sie doch erstens bitte in Ihrem eigenen und leben Sie dieses zweitens doch bitte nicht auf unsere Kosten. Sollte dieser ausbeuterische Egoismus wirklich wahr sein, so möchte ich diesen Brief hiermit an die Bürger, Nein, Untergebenen, dieser Regierung richten - mit Ihnen habe Ich dann nichts mehr zu bereden.

Aber so etwas möchte ich Ihnen wirklich nicht unterstellen. Natürlich denke Ich, dass die meisten von Ihnen es wirklich gut meinen. Aber, wie man sagt, ist "gut" leider allzu oft - und hier ganz gewiss - das Gegenteil von "gut gemeint". Meinen Sie es also lieber mit dem Menschen gut, bei dem sie wissen, was ihm gefällt: Sich selbst! Und Sie finden sicher genug, um sich auszuleben. Denken sie nur einmal darüber nach, wie und wofür Sie ihr Leben eigentlich leben.

Freundliche Grüße und in Kürze ein frohes Neues Jahr,
Niklas Fröhlich

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Sun, 14 Nov 2010 05:26:00 -0800 Was sind Leben und Würde des Menschen wert? http://www.mea-sponte.de/was-sind-leben-und-wurde-des-menschen-wert http://www.mea-sponte.de/was-sind-leben-und-wurde-des-menschen-wert

Geht es um Sozialhilfe, Gesundheitswesen, Sicherheit und allgemein alles, was Einfluss auf Physis wie Psyche des Menschen hat (und dies kann alles sein), wird in der politischen Debatte immer gerne mit den Begriffen wie "Menschenwürde" und "Wert des Lebens" umhergeworfen.
Dies ist ohne Frage immer der Versuch eines Totschlag-arguments, schließlich würde kein aufgeklärter Mensch versuchen den hohen Wert vom menschlichen Leben und seiner Würde in Frage zu stellen. Doch die rhetorische Verwendung dieser Phrasen möchte ich hier nicht näher behandeln. Vielmehr möchte ich die Frage stellen, was denn hinter derartigen Aussprüchen steckt.

Ich möchte drei - erdachte, aber sehr realitätsnahe - Beispiele ansprechen.

I Das Kind von Familie K. ist lebensbedrohlich krank, die Familie kann sich die lebensrettende Operation aber nicht leisten. Die staatliche Krankenversicherung zahlt nicht. In der politischen wie gesellschaftlichen Debatte heißt es: "Da muss der Staat/die Gesellschaft etwas tun! Der Wert des Lebens kann nicht in Geld gemessen werden!"

II Wieder einmal herrscht eine heiße Debatte um die Höhe der Hartz-IV Sätze. Es werden Beispiele von Familien angeführt, die streng sparen müssen und ein schweres Auskommen haben. Und wieder heißt es "Diese Armutsverhältnisse sind menschenunwürdig! Für die Würde des Menschen muss doch die Gesellschaft bereit sein, wesentlich mehr zu bezahlen!"

III Bei einem Flugunglück kommen mehrere dutzend Menschen um. Die Ursache des Unglücks wird bald ausgemacht: Ein bestimmtes Teil neigt bei bestimmten, überaus seltenen, Verhältnissen zu Fehlfunktionen. Das Flugunternehmen stellt eine Kalkulation an und kommt zum Schluss, dass die Implementierung eben jenes Teils zu teuer wäre. Es bleibt bei dem Risiko. Noch einmal gibt es den Aufschrei: "Es darf nicht sein, dass ein, sogar mehrere dutzend, Menschleben weniger wert sind als eine geringe Summe Geld! Für Wert und Würde des Menschenlebens muss das Unternehmen auch hohe Kosten auf sich nehmen - und wenn man es durch den Staat dazu zwingt!"

Jeder dieser Fälle ist gut denkbar und in dieser oder sehr ähnlicher Form alltäglich. Und immer glauben die Moralisten sich siegreich, wenn sie anführen, wie wertvoll und bedeutend doch der Wert des Lebens ist. Immer wieder lassen sich so die Herzen der Menschen erobern.

 

Einmal Würde... das macht dann 1000€, bitte!

Ich stimme zu: Der Wert von Leben und Würde des Menschen ist gewaltig und wird meist als zu niedrig betrachtet. Doch ich frage auch, dies richte ich an jene Moralisten: Kennt er denn irgendeine Grenze?
Bezogen auf den Hartz-IV Fall etwa würde natürlich eingeworfen, dass die geringe Summe von 100€ zu wenig sei. Dies sei menschenunwürdig. Wie steht es mit 500€? Wird dies der menschlichen Würde gerecht? Nein? 1000€? Forderer eines bedingungslosen Grundeinkommens fordern oft genau diese Tausend Euro und bringen oft auch das Argument der Würde. Aber soll denn die menschliche Würde wirklich nur 1000€ wert sein? Für tausend Euro kann ich mir nicht einmal ein neues Auto kaufen - soll also die menschliche Würde weniger wert sein als ein vierrädriges, motorisiertes Beförderungsmittel?
Dieses Spiel lässt sich weiterspielen und jeder der Würdeverteidiger wird irgendwann sagen müssen: "Hier ist eine Grenze!" Mancher macht dies bei 500€, mancher bei 1000€, mancher gar bei zehn-, oder hunderttausend. Und immer kann ich fragen: Die Würde des Menschen ist weniger Wert als ein Auto, ein Sportwagen, ein Haus?!
Wie passt das damit zusammen, dass die menschliche Würde doch so unerreichbar hoch und - laut Grundgesetz- "unantastbar" ist?

Dieses Problem lässt sich anhand der anderen beiden Beispiele noch drastischer gestalten.
Nehmen wir den Fall des lebensbedrohlich kranken Kindes. Setzen wie einmal fest, dass die Behandlung des Krankheit 500 Euro kostet. Die Empörung ist - scheinbar zurecht - groß : Ein Menschenleben soll keine 500 Euro wert sein? Ohne Frage ist es mehr wert. Was wäre nun, wenn die Kosten bei 1000€ lägen? Ein Menschenleben soll keine 500 Euro wert sein? Ohne Frage ist es mehr wert. Was ist mit 10.000€? Natürlich ist ein Menschenleben mehr wert! Was ist mit 100.000, oder einer Million, oder zehn Millionen?
Irgendwann wird nahezu jeder sagen: "Beim Wert X besteht eine Grenze." oder "Man muss natürlich abwägen, irgendwann wird es zu teuer.", was im Kern das gleiche ist, sich aber feige um die genaue Grenze - also den Wert - des Lebens umherdrückt.

 

Nicht einen Pfennig wert!

Das wahre Ende dieses Moralismus tritt jedoch ein, nachdem diese Grenze einmal festgelegt ist. Nehmen wir an, 10.000€ wurden als Wert festgesetzt, zu dessen Zahlung die Politik bzw. die von ihr enteigneten Menschen verpflichtet sind. Die Grenze steht fest und darf - sonst wäre sie keine Grenze - nicht überschritten werden. Nehmen wir nun an, die Behandlung würde 10.000,01€ kosten. Wir sehen plötzlich einen überaus abstrusen Fall vor uns: Weil die Grenze um diesen einen Cent überschritten wurde, besteht keine Verpflichtung mehr zu zahlen und so wird die Behandlung nicht übernommen.
Das heißt nichts anderes, dass nach einmal erfolgter Grenzsetzung, das Leben im Ernstfall nicht einen einzigen Cent wert ist. Führt dass die ganze Sache nicht ad absurdum?
Im Falle des Flugzeugs gestaltet sich das nahezu genauso, nur noch mehr verwirrt durch die Tatsache, dass dort nur ein Risiko ist, was im obigen Fall gewiss ist (und dadurch, dass potenziell mehr Menschen bedroht sind).

 

Grenzenloser Wert

Was ist der Ausweg? Was ist mit der zweiten Antwort, dass es eben einfach keine Grenze für den Wert von Würde und Leben gibt? Denken wir uns einmal, dass einfach keine Grenze gesetzt wird, die den Wert von Leben und Würde ad absurdum führt. Sagen wir einfach: ALLES muss für das Leben (die Würde) gezahlt werden.
Im Falle des kranken Kindes also: Auch eine sehr exotische, spezielle 10 Millionen-Euro Behandlung müsste finanziert werden, weil der Wert des Lebens nicht in Geld zu messen ist. Damit befreit der Moralist sich jedoch keinesfalls von der bestehenden Problematik, die Ressourcen zu benötigen. Die Regierung erlangt diese über die Zwangsenteignung der "Steuer". Doch unabhängig von deren Legitimation verändert dies das Problem überhaupt nicht. Denn jedes Gut ist stets knapp und zum Zeitpunkt t endlich, es kann zum Zeitpunkt t nur einmal verwendet werden. Irgendwo her müssen die Ressourcen, mit denen "der Wert des Lebens" gezahlt wird, genommen werden - und das bedeutet, dass jemand anders sie nicht nutzen kann.  Nehmen wir an, die Regierung, als "Inkarnation der Gesellschaft", ist tatsächlich verpflichtet die 10 Millionen zu bezahlen, so muss sie diese 10 Millionen von anderen Menschen nehmen. Selbst wenn sie so als das Leben des Kindes Rettet - wie es sein Lebenswert gebietet - fügt sie dabei den anderen Menschen unter Umständen Leid zu. Es passt nicht zur Befolgung der Verpflichtung zur Lebenserhaltung, ein Leben zu retten und dadurch hunderten Menschen das Geld zum Leben zu nehmen.  Es werden Menschenwürden in gnadenlosem Verdrängungskampf gegeneinander ausgespielt. Dies würde sich noch ärger ad absurdum führen als das Problem der Grenzziehung.
Wir sehen also, dass aufgrund der Knappheit der Ressourcen irgendeine Grenze gezogen werden muss.

Endwertung der Entwertung

Und wir haben auch gesehen, dass jede Grenze den Wert des menschlichen Lebens und seiner Würde völlig auf den Kopf stellt und verdreht.
Zurück bleibt die Entlarvung jener Moralismen: Nichts entwürdigt, entwertet und verdreht den Menschen mehr, als der Versuch ihm "objektiv" einen Wert zuzuweisen. Es ist der Versuch aus dem Menschen eine bürokratisches Rechnungsziffer zu machen. Die moralistischen Verteidiger von Menschwürde und Lebenswert sind in Wahrheit dessen größte Feinde. Unter ihnen wird der wahre menschliche Wert* zur Farce und schlimmer: Zur politischen Legitimation seiner eigenen Entwertung.

Zurück bleibt das, was jenen Moralisten eigentlich Prämisse war, von ihnen selbst aber nicht verstanden wird: Menschlicher Wert und menschliche Würde haben überhaupt nichts mit Besitz zu tun bzw. sind nicht in ihnen messbar. Wer lebt denn würdiger, der Arme, oder der Raubmörder? Wer lebt würdiger, der Inhaftierte, besitzlose Dissident oder der kriechende, sich selbst verleugnende, aber wohlhabende Kollaborateur?

Wenn es eine Sache gibt, die der Politik entrissen werden muss, dann die Definition des Wertes des Lebens und dessen Würde. Denn, wie wir gesehen haben, kann sie diese nur zerstören und gegeneinander ausspielen.
Daran sollte gedacht werden, wenn in Talkrunden und politischen Reden wieder die Rede davon ist, für ein "menschenwürdiges Leben zu sorgen" oder den "Wert des Lebens über alles zu stellen." Beides kann die Politik, aus einfacher Betrachtung heraus, nicht.


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Anm: Dazu kommt auch das Problem der sozialen Gerechtigkeit, dass ich vorher beschrieben haben.

* Und der (der Wert des individuellen Lebens/ der Würde) ist schon deshalb nicht erfassbar, weil es aufgrund der Unübertragbarkeit der Persönlichkeit keinen Markt für Würde und Leben gibt.

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Wed, 01 Sep 2010 16:08:00 -0700 Wieso eigentlich Integration? http://www.mea-sponte.de/wieso-eigentlich-integration http://www.mea-sponte.de/wieso-eigentlich-integration

Eigentlich wollte ich mich zu der gesamten Sarrazin-Debatte nicht noch einmal äußern, aber da das Thema auf allen Plattformen, in allen Medien und Gesprächen nicht abreißen will, möchte ich mich doch zumindest zu einem einzigen Aspekt noch einmal äußern: Der Kultur, was besonders auch die Sprache mit einbezieht. Vorweg: Wann immer ich das Wort "Gesellschaft" verwende, spreche ich nicht von jenem sinnentleerten Konstrukt, sondern meine einzig und allein "Das Zusammenleben der Menschen".

In der ganzen Debatte hört man von Seiten der Einwanderungs- Islamkritiker immer wieder das Argument der grauenhaften Parallelgesellschaften, der zusammenbrechenden kulturellen Einheit in Deutschland, dem Ende der "Leitkultur". Phrasen wie "Wer in Deutschland lebt, muss auch Deutsch sprechen!" oder der Ruf nach Verankerung der Deutschen Sprache im Grundgesetz sprechen Bände - Bände unreflektierter Gedankengänge.

Ich provoziere: Warum MUSS Deutsch sprechen, wer in Deutschland lebt? Es ist doch Sache eines jeden Einzelnen, wie er sein Leben verbringt - und wer die deutsche Sprache nicht lernen will, der muss dies nicht. Wenn ich auswandere MUSS ich auch nicht unbedingt die Sprache meines neuen Wohnortes lernen. Von MÜSSEN als imperativ anderer kann überhaupt keine Rede sein. Was geht es mich an, wie andere ihr Leben führen? Gerade diese Toleranz sollte doch der Grundstein unserer sogenannten "modernen" und "freiheitlichen" Gesellschaft sein.
Aber, wird so Mancher einrufen, die kulturelle und besonders sprachliche Einheit sei unbedingt notwendig zum Bestehen der "Gesellschaft". Ich kann ja meinen Nachbarn nicht einmal bitten, leise zu sein, geschweige denn mich ihm vorstellen und wirklich eine Gesell-schaft mit ihm bilden, wenn er meine Sprache nicht spricht. In diesem Sinne, so mag man einwenden, gehe es einen sehr wohl etwas an - denn man möchte ja ein funkionierendes Zusammenleben.
Diese Feststellung ist im Kern tatsächlich richtig, führt in diesem Fall jedoch zur falschen Schlussfolgerung. Natürlich ist es wünschenswert, mit seinen Mitmenschen kommunizieren zu können. Aber wünschenswert ist so vieles. Ich wünsche mir auch noch so einiges anderes etwa einen neuen Rechner - dennoch habe ich keinen Anspruch gegenüber Anderen, dass diese ihn mir schenken, damit ich davon profitiere. Ebensowenig habe ich einen Anspruch darauf, dass andere Menschen für mich eine Sprache lernen, damit ich davon profitiere. So empört der Kulturkonservative bei dieser Aussage auch aufschreien mag: Ich habe ebensowenig einen Anspruch darauf, dass ein eingewanderter Türke deutsch lernt, wie ich Anspruch darauf habe, dass alle Türken Deutsch lernen, sobald ich in die Türkei einwandere. Ich habe überhaupt keinen Anspruch auf die Handlungen anderer.

Aber, wird man wiederholen, was ist mit der Notwendigkeit einer gewissen sprachlichen und kulturellen Homogenität? Ganz einfach: Sie ist wünschenswert und sie ist notwendig und eben daher braucht überhaupt niemand irgendwelche Ansprüche zu erheben. Der Mensch möchte ein gutes und angenehmes Leben führen und gerade dafür braucht er die Gesellschaft und dafür braucht er die Sprache. Sprache und Kultur sind doch nicht Selbstzweck! Sie sind reines Mittel zum Ziel individueller Zielerreichung. Oder in schöneren Worten:

"Der in die Gesellschaft eingegliederte Mensch ist an die Gesellschaft gebunden, weil er ohne die Gesellschaft die Zwecke seines Handelns nicht verwirklichen kann."
- Ludwig von Mises; Nationalölkonomie; Edition Union Genf; 1940; S.135 *

Ein Einwanderer lernt schon deshalb die Sprache der Einwanderungsgesellschaft, weil er ohne sie in ihr nicht leben kann. Aus eben diesem Grund ist eine weiträumige zumindest annährend homogene Kultur und Sprache ja überhaupt erst entstanden, weil die Menschen Nutzen aus der Zusammenarbeit ziehen. Es ist doch innerhalb Deutschlands nicht anders: Der Urbayer spricht nicht deshalb nebenbei auch mehr oder weniger Hochdeutsch, weil es "sich in Deutschland halt so gehört", sondern damit er auch mit dem benachbarten Badener oder Franken kommunizieren und Handel treiben kann. Und so werden gewiss, überall dort, wo Menschen zusammenkommen, gewisse gemeinsame Nenner und eine gemeinsame Sprache entstehen - schon deshalb, weil jeder Einzelne dies als Mittel der Zusammenarbeit braucht.

Um noch einmal auf den Urbayern zurückzukommen: Es mag auch gewiss einige ländliche Dörfer geben, in denen etwa der Westfale kein Wort verstehen wird - und in denen man auch des Hochdeutschen kaum mächtig ist und deren Kultur auch ländlich, altmodisch, streng katholisch ist. Wer beklagt sich eigentlich über diese "Parallelgesellschaften" und "Integrationsverweigerer". Niemand. Wieso auch? Diese Dörfer sind eben deshalb nicht an Restdeutschland angepasst, weil sie es scheinbar nicht brauchen, weil keine Notwendigkeit besteht. Und so nimmt auch niemand Anstoß daran: Wen kümmert es, was irgendwo auf dem Land vor sich geht? An dem Punkt aber, wo diese Dörfer mehr zu Städten oder touristischen Gebieten werden, kurzum: In Kontakt mit "Hochdeutschlern" kommen, werden sie sich nach und nach erst sprachlich und irgendwann auch in gewissen Teilen kulturell anpassen - einfach, weil man mit den anderen zugezogenen Städtern oder den geldgebenden Touristen kommunizieren muss. Andersherum: Wer als einzelner in das Dorf zieht, wird nicht umherkommen bayrischen Dialekt zu lernen.
Von einem Imperativ der "Anpassungspflicht" kann keine Rede sein. Es geht um reine Notwendigkeit.

Diese geographische Abgeschiedenheit, die kulturelle Anpassung nicht oder nur bedingt nötig macht, ist aber in den beklagten türkisch-arabisch-islamischen Parallelgesellschaften gerade nicht gegeben. Und daher wird sie problematisch: Denn innerhalb direkter Nachbarschaft findet die rein natürlich übliche und auch notwendige kulturelle Angleichung nicht statt - und das belastet natürlich das Zusammenleben.

Und nun sind wir beim Kern des eigentlichen Problems: Wieso funktioniert hier das nicht, das rein natürlich ist: Die Anpassung zum gegenseitigen Nutzen. Wieso bilden sich kulturell abgeschottete Gesellschaften innerhalb der Restgesellschaft, die mit dieser kulturell wie sprachlich nicht kommunizieren können? Dies hat wenn überhaupt zweitrangig irgendetwas mit Nationalität oder Religion (hier: Islam) zu tun. Denn selbst der radikale Religiöse oder der anpassungsunwillige Nationalist muss essen, muss eine Wohnung haben, muss Geld verdienen usw. Und für all das muss er kommunizieren. Selbst der radikalste türk-nationalistische Islamist würde die Deutsche Sprache lernen müssen, um sich eine Wohnung zu suchen, den Mietvertrag zu verstehen, einen Job zu finden, sich beim Einstellungsgespräch vorzustellen, oder einfach nur beim Bäcker Brötchen zu kaufen. Integration MUSS geschehen, aber nicht als moralischer Fingerzeig, sondern sie wird es einfach aus reiner und natürlicher Notwendigkeit.

Wieso aber funktionieren bzw. funktionierten diese natürlichen Anreize und Entwicklungen nicht? Die Antwort ist denkbar einfach: Der Staat hat natürliche gesellschaftliche Mechanismen manipuliert und/oder zerstört. Es begann alles mit politisch geschlossenen Gastarbeiter-Abkommen. Während einzelne Einwanderer inmitten deutscher Restgesellschaft landen und sich bald anpassen würden, holte man Einwanderer hier gesammelt nach Deutschland und hielt sie auch weiter versammelt, in ihren Wohnblöcken, an ihren Arbeitsplätzen, später in ihren Vierteln. Wohnung und Arbeit wurden (staatlich gestützt) zugeteilt. Kein Lernen der deutschen Sprache nötig. Arbeiter wurden oft gemeinsam in den Betrieben eingesetzt. Kein Lernen der deutschen Sprache nötig. Arbeiter wurden gemeinsam angesiedelt. Kein Lernen der deutschen Sprache nötig.
Aber dies allein ist nur der erste Teil des Problems. Denn irgendwann liefen die Verträge der Gastarbeiter-regelungen aus und die - von der deutschen Restgesellschaft nahezu gezielt isolierten - Ausländer hätten sich nun definitiv zur Berufsfindung und allgemeinen weiteren Zukunft mehr und mehr an die Restgesellschaft angleichen müssen. Wieso aber taten es sie es nicht? Und wieder liegt die Antwort beim Staat: Ohne das staatliche Dokument der Staatsbürgerschaft ist es schwierig einen Beruf, ganz zu schweigen von längerfristiger Ausbildung, in Deutschland zu finden. Absolut verständlicherweise nimmt kein Lehrmeister einen Gesellen auf, der - egal wie bemüht er ist - schlecht Deutsch spricht und vor allem eventuell bald sogar abgeschoben wird. Wieder blieb man unter sich, die "Parallelgesellschaft" wurde gefestigt.
Zementiert wurde sie dann letztendlich wieder durch den Staat. Trotz aller staatlicher Hürden hätte die reine Existenznot schließlich doch irgendwie zu - wenn auch schlecht bezahlter, niederer - Arbeit und somit Integration geführt. Doch diese Existenznot als letzter Integrationsfaktor wurde dann durch die staatliche Sozialhilfe beseitigt. Man brauchte sich einmal mit Dolmetscher oder auch gleich mit türkischen Anträgen, ich weiß nicht wie es da steht,  mit der deutschen Bürokratie herumschlagen und konnte dann wieder zurück ins parallelgesellschaftliche Viertel, ohne weiteren Kontakt zur deutschen Kultur.

Wir sehen: Der Staat legte den Grundstein der Parallelgesellschaft, der Staat festigte das Gebilde und zementierte es schließlich. In sofern stimmt es, dass die Politik gescheitert ist - allerdings nicht, weil sie nicht genug tat, sondern eben weil sie etwas tat und die Menschen lange und erfolgreich davon abhielt sich ganz natürlich zu integrieren. Ohne Politik, wäre nichts davon geschehen. Heute nach "besserer Integrationspolitik" zu rufen ist daher lachhaft, schon deshalb, weil eine gewisse grundlegende gesellschaftliche Homogenität eben nicht erst durch Politik hervorgerufen wird, sondern ganz von selbst entsteht, aus dem tiefen Bedürfnis der Individuen heraus. Politik kann diese Vorgänge nur blockieren und lahmlegen.

Und nun wenden wir uns den indirekten Folgen dieser politischen Zerstörung des natürlichen Zusammenlebens zu: Die politisch forcierte Sammel-Einwanderung gekoppelt mit gezielter Abschottung führte natürlich auf deutscher Seite zu Vorurteilen gegenüber den Andersartigen und bei den Türken ihrerseits eine stärkere Selbstfindung in der türkischen Kultur und Gemeinschaft - und eben der Religion. Es darf nicht wundern, dass die Abgeschotteten ihrerseits mit Abschottung reagieren. All dies verstärkt die gesellschaftliche Spaltung nur noch mehr. Die Probleme plötzlich auftretenden Nationalismus oder Islamismus oder weniger spezifisch: "Integrationsverweigerung" sind somit eben nicht Ursachen, sondern Folgen, reine Symptome (!) von Abschottung und verstärkter Bildung von Parallelgesellschaften.
Vermischt wird dies oft auch mit der Problematik der Unterschicht, in welche die Einwanderer von Anfang an (s.o.) gedrängt waren. Pöbelt ein deutscher Prolet einen Deutschen an, nimmt dies kaum jemand wahr, tut dies ein türkischer Prolet wird der Kulturkampf ausgerufen. Das entschuldigt nichts, muss aber berücksichtigt werden. Ebenso muss das Treiben der, auch in der aktuellen Debatte immer wieder kritisierten, Multikulti-Sozialromantiker beachtet werden, welche (oft mit Staatsgeldern) die geschaffenen Konstrukte noch verherrlichten und in ihrer Festigung bestärkten und noch viel anderes verdient hier Beachtung. Darauf möchte ich aber eigentlich gar nicht eingehen. Dieser Beitrag sollte ausschließlich der Betrachtung von Entwicklung und Bedeutung von Kultur und Sprache dienen.

Denn dies geht in der aktuellen Debatte allerdings fast völlig verloren, man beklagt Symptome, spricht von "Bringpflicht der Migranten", von "Leitkultur", von "besserer Integrationspolitik" und verkennt, dass all dies schon allein aus einem einzigen Grund Unsinn ist: Gesellschaft und ihre Normen bzw. eine grundlegende Homogenität sind keine Pflicht, sondern sie entstehen aus gegenseitigem Nutzen, ganz von selbst - wenn man sie nicht behindert. Die heutigen Probleme sind primär Folgen staatlicher Zerstörung des Zusammenlebens und können auch nur auf Basis dieser Erkenntnis kuriert werden. Erst wenn dieses Allgemeine einmal klar ist, kann man versuchen über spezifische Lösungen nachzudenken.

* Das gesamte Kapitel zur Gesellschaft, ihrer Bildung, ihrem Zweck und ihren Ausprägungen ist, nicht nur, aber auch gerade, zu dieser Thematik ungemein lesenswert.

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Wed, 25 Aug 2010 22:12:00 -0700 Sarrazin und der Untergang der Deutschen http://www.mea-sponte.de/sarrazin-und-der-untergang-der-deutschen http://www.mea-sponte.de/sarrazin-und-der-untergang-der-deutschen

Die Illusion der Gesellschaft II

Manchmal wird einem von unerwarteter Seite in die Hände gespielt. In diesem Fall ist es, nur einige Tage nach meinem Text "Die Illusion des Wortes Gesellschaft" SPD-Politiker und seit neustem Berufsprovokateur Thilo Sarrazin, der mir den Ball in die Hände legt - wenn es auch sicher kein Pass ist.
Wieso er mir in die Hände spielt? Ganz einfach: Auf die gesamte Sarrazin-Diskussion lässt sich - auf alle Beteiligten Seiten - die Kritik am Wort "Gesellschaft" herrlich aufzeigen. Wunderbar können wir an ihr alle genannten Blickwinkel auf die Gesellschaft nachvollziehen und können weiterhin daran auch gleich mitverfolgen, wie und warum die Sarrazinschen Thesen und Provokationen ziellos ist und im Sand verläuft, wenn nicht gar ungemein schädlich ist.

Ich beziehe mich hauptsächlich hierauf, auf den ersten Teil der nach und nach in der Bild folgenden Veröffentlichung von Teilen des neuen Sarrazin-Buches "Deutschland schafft sich ab". Im Kern scheint es dasselbe zu sein, das wir schon gewohnt sind: Polemische Ausführungen zu Fragen von Einwanderung und Gesellschaft, die Sarrazin gleich mit der angrifflustigen Schärfe des Buchtitels beginnt.

Sarrazins Thesen aus diesem Textauszug kurz gefasst: Die Deutschen sind immer dümmer, ärmer, fauler, verantwortungsloser und geplagter von Einwanderungsproblematiken geworden und werden es wenn der Trend nicht abbricht noch weiter. Besonders kritisiert er die Projektion aller Verantwortung auf "die Gesellschaft". Alles gipfelt im kulturellen und vor Allem auch demographischem aussterben "der Deutschen". Es endet mit dem Appell an einen "deutschen Selbsterhaltungswillen".

Und genau dies passt doch herrlich in das Schema der drei sich widersprechenden Gesellschaftsbilder:
 
1. Die Gesellschaft als Sündenbock
Sarrazin führt einen Rundumschlag gegen die gesellschaftliche Verkommenheit: Faul, dumm, verantwortungslos. Alle! Natürlich nicht er, sondern alle... also, natürlich auch nicht der geneigte Leser, der ihm zustimmen soll, auch nicht der Redakteur der Bild, sondern alle anderen. An der gewaltigen Anzahl der Zustimmungen (Bild-Umfrage: 89% bei knapp 90.000 Stimmen) sieht man, dass der gemeine Bild-Online-Leser wohl nicht zur verkommenen Gesellschaft zählt.

2. Die Gesellschaft in Pflicht und Verantwortung
Dieses Bild kritisiert Sarrazin. Er verlangt individuelle Verantwortung, statt  immerzu "die Gesellschaft" bzw. "die Verhältnisse" verantwortlich zu machen.

3. Die Gesellschaft als göttliche Entität
Wieso aber ist all das kritisierte schlecht? Es schadet der Gesellschaft - er nutzt dafür das Wort "Deutschland", manchmal auch "die Deutschen" oder gar "die deutsche Gesellschaft". Dieser nämlich, soll es gut gehen, ihren Wünschen soll nachgekommen werden, ihre guten Ideale (Tüchtigkeit, Verantwortung, konservativ-Parole-xy) sollen endlich wieder hervorgekehrt werden.

Alle diese drei Gesellschaftsbilder nutzt Sarrazin parrallel. Doch sie alle führen zu nichts:
1. Er spricht alle an, doch aber niemanden. Seine Kritik läuft ins Leere der nicht existierenden "Gesellschaft".
2. Hier kritisiert er im Kern genau das an, was auch ich kritisiert habe: Die Projektion der Verantwortung auf "die Gesellschaft". Dieses Bild vertritt er aber tatsächlich auch selbst: Denn an wen richtet er sich? Wer soll etwas ändern? Gewiss, der Staat, den er wohl als Verkörperung der Gesellschaft  versteht, in diesem Sinne oder zusätzlich findet sich aber auch immer wieder das schöne Wörtchen "wir". "Wir" wollen, "wir" sollen. Er selbst nimmt die Gesellschaft in Pflicht und Verantwortung - wenn auch in (scheinbar) umgekehrter Weise.
3. Wer ist eigentlich dieses "Deutschland" dem hier andauernd gedient werden müsse? Ich? Herr Sarrazin? Der Leser seines Buches, oder gar: Der Bild-Leser? Es ist ein nationalromantisch-nostalgisches Abbild des Wortes "Gesellschaft" und zumindest genauso inhaltsleer.

Herr Sarrazin schafft es also, die Gesellschaft gleichzeitig zu Verteufeln, ihr Verteufeln zu Verteufeln und sie als oberstes Ziel des Gemeinwohles zu glorifizieren. Dies ist ein Paradebeispiel des sinnentleerten Gebrauches gesellschaftlicher Phrasen.

 

Schießen, Laden, Zielen... ähm?
Was soll nun dabei herumkommen? Der gemeine Bild-Leser schimpft einmal auf die verkommene (Rest-)Gesellschaft, dann auf diejenigen, die immer der Gesellschaft den Schuld zu weisen und nickt dann in der Gewissheit, dass endlich der Gesellschaft gedient werden müsse - also, von irgendwem, nicht von entsprechendem Bild-Leser, natürlich. Er fühlt sich in seinem Selbstbewusstsein durch Fremdverteufelung nun gestärkt genug, um die Ziellosigkeit dieser ganzen Kritik zu vergessen. Der etwas intellektuellere, der sich tatsächlich Sarrazins Buch kauft, tut wohl meist exakt dasselbe - nur nippt er dabei gelegentlich am Rotwein.

Auf die inhaltliche Ebene seiner Kritik möchte ich hier gar nicht eingehen, vieles was er sagt stimmt sicher, einiges mehr enthält grundlegende Wahrheiten, ist aber gewaltig überspitzt und unnötig bewusst provokant. Und vor allem: Sarrazin scheint ein Faible dafür zu haben allerlei Symptome von Problematiken aufzuzeigen, nicht aber jemals deren Wurzel zu ergründen. Integrationsprobleme, sinkende Realeinkommen, Bildungsmisere - dies sind Symptome, deren Aussprechen eigentlich keine formelle Kritik ist, aber durch unnötige Provokation scheinbar dazu wird. Aber darum soll es hier nicht gehen, es ging um die Reflexion der begrifflichen Gesellschaftsthematik.

Oft hört man, selbst wenn Sarrazin einige unnötig provokante Phrasen dresche, so spreche er doch zumindest notwendige Themen an und beginne den Diskurs. Nun, wünschenswert wäre es sicher. Allerdings: Nicht nur zeigt er nur Symptome anderer Problemlagen auf, er verschiebt weiterhin die gesamte Thematik in ein Wirr-Warr sich widersprechender Gesellschaftsbegriffe, an der sich jeder nach herzenslust erregt oder befriedigt und von deren Inhalt tatsächlich allerhöchstens genannte Symptome hängen bleiben.
Dass er gerade dies, ohne Frage nicht zu Unrecht, seinen Lieblingsgegner, den "politisch Korrekten" vorwirft macht dies umso widersprüchlicher. Er beseitigt deren naiv-gesellschaftliches, kollektivistisches Bild nicht, sondern nutzt es für sich.

Und ein ganz anderes Fass, das noch aufgemacht werden muss: Er spricht nicht nur vom Abstraktum der "Gesellschaft", er grenzt auch noch ganz klar dabei ab, er kennt eine deutsche Realgesellschaft, eine deutsche Wunschgesellschaft und er kennt Gegner der Gesellschaft, Faule, Unterschichtler, Ausländer. Das Wort "Feind" würde er sicher nie in den Mund nehmen, doch die Assoziationen, die sich auch bei "deutscher Selbstbehauptung" aufdrängen, sind eindeutig. Dass er so spaltet und Ressentiments schürt, steht außer Frage, ebenso wie die Tatsache, dass er so unschönen einfachen Antworten Unterfutter liefert.

Ob der tatsächlich hier und da erreichte Anstoß des Diskurses diese gesellschaftliche Verwirrung und - gerade aus Gründen der begrifflichen Widersprüchlichkeit schnell gestärkten - Ressentiments wert ist, wage ich zumindest in Frage zu stellen. Ein großer Teil ist leider nostalgische Nörgelei auf höherem Niveau gepaart mit vulgär-konservativer Pöbelei. Und dies ist, trotz aller Empörung tatsächlich überhaupt nicht gegen den Zeitgeist gerichtet - denn was ist heute mehr Zeitgeist als ewiges vulgäres Symptom-Genörgel? Dass die Bild dem ganzen gerne Plattform bietet, ist vielleicht bester Ausdruck dessen.

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Fri, 13 Aug 2010 12:40:00 -0700 Die Illusion des Wortes "Gesellschaft" http://www.mea-sponte.de/die-illusion-des-wortes-gesellschaft http://www.mea-sponte.de/die-illusion-des-wortes-gesellschaft


Kaum ein Wort ist im alltäglichen Gebrauch mächtiger als das der "Gesellschaft". In allgemeinen Phrasen, geisteswissenschaftlichen Diskussionen und vor allem in der Politik ist dieses Wort stets präsent und schwebt, mal wie ein Fluch, mal wie ein Segen, über den Diskutierenden.
Aber es sollten nicht Worte sein, die zählen - auf Inhalte sollte es ankommen. In diesem Sinne muss man fragen: Was sagt dieses mächtige Wort eigentlich aus, was steckt hinter der "Gesellschaft"? Üblicherweise stößt man dabei auf drei völlig verschiedene Bedeutungen, die paradoxerweise teilweise von denselben Leuten und sogar beim selben Thema im Munde geführt werden.

Zuerst müssen wir kurz klären, wer überhaupt ganz allgemein - ohne spezielle Konnotation - hinter "der Gesellschaft" steckt. Unter dem Wort "Gesellschaft" sollen alle Leute eines gegebenen Systems, etwa einer "Nation" zusammengefasst werden. Während es dabei aber auf der einen Seite jeden Menschen dieses gedanklichen Systems mit in die "Gesellschaft" einbezieht, entspricht das Ergebnis keinem tatsächlich existierenden Menschen. Die Gesellschaft, das sind also Alle und doch Niemand. Alle folgenden Punkte basieren mehr oder weniger auf diesem Grundproblem.

1) Das Üble
Die Gesellschaft - das sind die Anderen. Und die Anderen, das sind stets Teufel. Es ist jene Bedeutung von Gesellschaft die hinter Worten wie "Sozialkritik" steckt. Die Gesellschaft ist in jeder Hinsicht verdorben, hinterhältig und schlecht. Wer sich "konservativ" nennt klagt dann gerne über die allgemeine gesellschaftliche Dekadenz und Wertelosigkeit, wer sich "links" oder "alternativ" nennt beklagt eine grausame Ellenbogengesellschaft und Egoismus.
Es ist - je nach Menschenverachtung und Selbstbild - eine Mischung aus dem Rousseauschen Bild, dass der Mensch durch die Gesellschaft verdorben werde und dem Hobbesschen Bild, dass der Mensch schon von Natur aus eine Bestie sei.
Das wichtige dabei ist: Die "Gesellschaft" sind stets die Anderen. Niemand, der auf die "Gesellschaft" schimpft, meint damit auch sich selbst.  Eigentlich meint er sogar überhaupt niemanden spezielles (außer vllt. einige wenige große Feindbilder). Nicht der Nachbar oder Freund, nicht der Mann im Gemüseladen ist übel, sondern die anonyme "Gesellschaft", die jeden aber dann wieder niemanden repräsentiert.
Der "Sozialkritiker" fühlt sich daher bei jeder Kritik an "der Gesellschaft" kurzzeitig ungemein überlegen: Alle anderen (nur ich bzw. wir, nicht) sind böse und verkommen.  Langfristig aber kommt er um die Tatsache nicht herum, dass auch er selbst Teil dieser Gesellschaft ist. Der Hass auf "die Gesellschaft" offenbart sich so als nichts anderes als kultivierter Selbsthass.
Und zuletzt der vielleicht gefährlichste Teil dieses Wortgebrauchs: Wenn für alles Schlechte die ominöse und unpersönliche "Gesellschaft" verantwortlich ist, braucht man nicht nach den wahren Gründen eines Problems zu suchen.

2) Die verpflichtete Institution
Seht euch all die Armut und Ausgrenzung an! Das muss doch die Gesellschaft etwas tun! Dieser Gebrauch der "Gesellschaft" schließt inhaltlich in gewisser Weise an den ersten an: Bei allem Übel der Welt macht man die "Gesellschaft" verantwortlich und nimmt sie rhetorisch in die Pflicht - womit jedes nicht behobene Übel widerum den bösen Charakter der Gesellschaft stärkt.
In seinem Gebrauch rührt dieses Wort aber noch tiefer: Es ist ein Wegschieben der Verantwortung. Wenn "die Gesellschaft" etwas tun muss, dann muss Ich nichts tun. Gegen Armut muss etwas getan werden? Ja, Gerne! Dann tu etwas dagegen, Möglichkeiten gibt es genug. Aber diejenigen, die immer nach der "Gesellschaft" rufen, wollen gar nichts tun. Sie sehen ein Problem, wollen sich selbst jedoch nicht die Finger schmutzig machen und brauchen daher eine Lösung - und diese gibt ihnen "die Gesellschaft", also wieder "alle anderen". Da aber niemand spezielles diese "Anderen" repräsentiert, verschiebt man die Verantwortung ins Nichts.
"Da muss doch die Gesellschaft etwas tun!" ist nichts anderes als ein verkappter Ausruf: "Da müssen doch alle anderen etwas tun, nur ich nicht!" Es ist ein viel zu sehr akzeptiertes Alibi, mehr noch: Eigentlich sagt es aus, niemand solle etwas tun.

3) Die göttliche Entität
Zum Wohle der Gesellschaft, Gemeinwohl vor Eigennutz!  In dieser Bedeutung wird die "Gesellschaft" plötzlich ganz anders belegt. Sie ist heilig, göttlich, sie ist unanrührbar und unanzweifelbar. Das Wohl der Gesellschaft steht über allem, auch über dem Einzelnen. In der Politik, die sich dem Dienst an "der Gesellschaft" verschrieben hat, ist derartiges Allgemeinsatz.
Wo wir aber doch schon gesehen haben, dass die Gesellschaft keinem einzelnen Menschen entspricht, wie kann dann Politik "der Gesellschaft", also Allen dienen? Es steht schließlich völlig außer Frage, dass die Politik es nicht jedem einzelnen Recht machen kann. Und doch baut jedes politische Versprechen an die "Gesellschaft" auf diesem gedanklichen Fehler auf: Alle Menschen glauben, sie als Teil der "Gesellschaft" würden von dieser Politik profitieren. Aber die Politik dient eben jenem fernen und unpersönlichen Konstrukt namens "Gesellschaft" und nicht jedem Einzelnen. "Gesellschaft" ist ein politisches Machtwort, dass es möglich macht zu versprechen: "Ich mache es jedem einzelnen von euch recht!" ohne sich dabei lächerlich zu machen.
Abseits von dieser aktiv-politischen Methode steht die Gesellschaft auch in der Politiktheorie an oberster Stelle. Politik müsse immer der Gesellschaft dienen. Mehr noch: Der Staat sei sogar die Verkörperung der Gesellschaft. Gleiches gilt für die Ethik: Man soll an "die Gesellschaft" denken und ihr dienlich sein.
Und wieder: Wenn doch die Gesellschaft keine Person ist, wie kann sie dann Wünsche und Bedürfnisse haben und diese ausdrücken? Jedes Teil der Gesellschaft, jeder Mensch, hat ohne Frage solche Wünsche und Bedürfnisse. Aber jeder Mensch hat zumindest graduell andere. Alle Bedürfnisse und Wünsche aller Menschen zusammenzufassen und nach ihnen zu handeln, wird dabei keinem einzigen Menschen wirklich gerecht.
Und noch viel schlimmer: Selbst die ungünstige Mittelung aller Bedürfnisse und Menschen ist rein technisch unmöglich. Woher nimmt also der Politiker oder der Privatmann, der ethisch der Gesellschaft dienen möchte, seine Gewissheit, was Allen dient? Aus sich selbst. Er nimmt seine persönlichen Interessen, Wertvorstellungen und Präferenzen und will sie, als ethisches Gebot oder sogar durch politische Gewalt, für alle verbindlich machen. All dies tut er im Glauben und unter der Behauptung, der Gesellschaft zu dienen. Freilich dient er damit nur sich selbst und einem Bild der Gesellschaft, das so nicht existiert.

Abschluss:
Wir sehen also drei völlig verschiedene Ansätze, wenn von "der Gesellschaft" gesprochen wird. Dabei sehen wir einen Ansatz des Bösen, einen des Sollenden und einen des absoluten Guten, bei allen aber sehen wir ihre Widersinnigkeit. Wenn man den Gebrauch des Wortes "Gesellschaft" näher betrachtet, dann sieht man, dass es immer als eine unpersönliche, übermenschliche Entität betrachtet wird. Und in diesem Sinne hat der moderne Gebrauch dieses Wortes absolut religiösen Charakter: Die "Gesellschaft" ist der Teufel, der ewige Sündenbock, auf den sich alles schieben lässt, sie ist der Gott, der helfen soll und der ewig dafür verantwortlich gemacht wird, dass sich nichts ändert und zuletzt ist sie der göttliche Wille, das absolut Gute, dem man dienen soll.
All diese Vorstellungen werden gemeinsam genutzt und im Munde geführt, so widersprüchlich das auch sein mag und wie es gerade eben passt, während sie in ihrem Gebrauch zum Göttlichen erhoben werden, das fern und unwidersprochen ist. Und ebenso wie das religiöse Dogma den Geist lähmt, blockiert auch das pseudoreligiöse Dogma "der Gesellschaft" als göttliche/teuflische Entität den Weg zu tatsächlichen Problemlösungen, mehr noch: Es führt zu falschen Ansätzen.
Es gilt also zumindest sehr misstrauisch zu werden, wenn wieder von "der Gesellschaft" gesprochen wird.

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Wed, 21 Jul 2010 15:32:00 -0700 Wieso der Staat niemals soziale Gerechtigkeit schaffen kann http://www.mea-sponte.de/wieso-der-staat-niemals-soziale-gerechtigkeit http://www.mea-sponte.de/wieso-der-staat-niemals-soziale-gerechtigkeit

Das Wort "soziale Gerechtigkeit" hat heute fast heiligen Charakter: Jeder führt diese Worte im Mund und hält sie für erstrebenswert, keine politische Partei würde es wagen sich nicht in ihren Dienst zu stellen und von Sonntagspredigt bis Stammtisch sehnt man sich nichts mehr herbei. Und dennoch ist diese "soziale Gerechtigkeit" stets fern und unereichbar, ein Ziel, das stets verfehlt wird. Woran scheitert es? Ich möchte hier einige grundlegende Denkfehler der "sozialen Gerechtigkeit" aufzeigen, die sicherlich dazu beitragen können zu verstehen, dass der Staat niemals soziale Gerechtigkeit schaffen kann.

Das Wort „soziale Gerechtigkeit“
Wir müssen uns freilich, bevor wir näher auf dieses Thema eingehen, die Frage stellen, was „soziale Gerechtigkeit“ überhaupt heißt. Sozial entstammt dem lateinischen und heißt in diesem Kontext etwa „gesellschaftlich“. Die Gesellschaft, das sind alle Menschen. „Gerecht“ umschreibt wiederum nichts anderes als „moralisch richtig“. Letzteres lässt zwar spezifisch inhaltlich eine Menge Deutungen zu, ist allgemein jedoch sehr eindeutig. Der erste Bestandteil dieser Phrase jedoch sollte uns jedoch zu denken geben. „Gesellschaftlich“ kann nämlich zweifach verstanden werden: Gerechtigkeit IN oder DURCH die Gesellschaft. Einmal ist hier die Gesellschaft aktiv handelnd, sie schafft Gerechtigkeit, einmal ist sie passiv, sie erfährt Gerechtigkeit.
Im alltäglichen Diskurs ist meist beides in gewissem Maße gemeint: Man will Gerechtigkeit IN der Gesellschaft, herbeigeführt DURCH die Gesellschaft.

 
Wer ist eigentlich die Gesellschaft?
Hierbei trifft man auf ein großes Problem: Die Gesellschaft ist nichts anderes als ein Sammelbegriff für unzählige Individuen. All diesen Individuen soll Gerechtigkeit verschafft werden. Nun sehen wir aber, das lässt sich nicht leugnen, dass jedes dieser Individuen unter Gerechtigkeit durchaus etwas anderes versteht. Wie soll dies also bei jedem herbeigeführt werden? Die Gesellschaft besteht aus unglaublich vielen Gerechtigkeitsempfindungen, was es ebenso wenig möglich macht, der Gesellschaft als Ganzes volle Gerechtigkeit zuzuführen, wie es auch der Gesellschaft als Ganzes unmöglich ist zu handeln. Denn wer soll entscheiden, was sozial gerecht für die Gesellschaft ist, wenn doch jeder darüber anders denkt? Die Mehrheit? Das wäre allerdings nur Mehrheitsgerechtigkeit, aber keine „soziale Gerechtigkeit“. Einzelne? Das wäre völlige Fremdbestimmung. Wir sehen also, der Begriff der sozialen Gerechtigkeit ist bestenfalls als schwammig zu betrachten - und das schon nur aus seinem Begriff heraus. Aber betrachten wir einmal das, was heute darunter inhaltlich häufig verstanden wird:

Von Umverteilung und Teilhabe, Chancengleichheit
Wer heute von „sozialer Gerechtigkeit“ spricht, spricht fast immer in gewissem Maße von staatlicher Intervention in die Gesellschaft. Man spricht von Umverteilung (Sozialhilfe etc.), von Ermöglichung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, von Chancengleichheit. Doch was hat das mit Gerechtigkeit zu tun?

I Schauen wir auf die Umverteilung. Wenn man die Armen dieser Welt sieht, klingt nichts verlockender als der Gedanke, diese Armut zu beheben. Doch von der Effizienz, die bei der Umverteilung stets zu kritisieren ist, einmal abgesehen, ist dies schon ethisch in sich widersprüchlich: Die Armen wünschen mehr Eigentum. Dafür muss Eigentum allerdings allgemein anerkannt sein. Und genau diese Anerkennung wird durch die (zwangsfinanzierte) Umverteilung angegriffen. Es wird von den einen genommen um den anderen zu geben. Und weiter: Die Armen wollen nicht, dass ihnen genommen wird (gerade, wenn sie nur wenig haben), also dürfen sie auch anderen nicht nehmen bzw. nehmen lassen.

II Umverteilung hat mit sozialer Gerechtigkeit aus einem Grund nichts zu tun: Sie nutzt nicht der gesamten Gesellschaft. Es wird von den Vielen zu einigen wenigen umverteilt. Dabei stehen sich die Rechte der einzelnen gnadenlos gegenüber: Die einen wollen, dass ihnen gegeben wird. Die anderen wollen aber nicht, dass ihnen genommen wird. Wir sehen also, dass erzwungene Umverteilung nichts anderes tut, als die Menschen gegeneinander auszuspielen. Es werden die Interessen aller verletzt. Ist dies Gerechtigkeit?
(Anm: Anstatt von "Armen" zu sprechen lässt sich dies genauso gut auf nach Subventionen und anderen Staatshilfen rufende Unternehmen anwenden).

III Und ein weiteres logisches Problem: Jedes Land definiert Armut relativ, also im Verhältnis zu den anderen Menschen dieses Landes. Das Problem dabei ist: Wenn wir die 10% der finanziell am schlechtesten Gestellten „die Armen“ nennen und ihnen zu Gunsten umverteilen, dann können wir niemals aufhören umzuverteilen. Denn rein logisch-mathematisch muss irgendjemand immer die untersten 10% stellen, solange nicht völlige Gleichheit besteht.

IV Zugleich wird häufig von sozialer Teilhabe als Teil sozialer Gerechtigkeit gesprochen. Armut drängt ohne Frage die Menschen an den Rand der Gesellschaft. Dies nagt ohne Frage an ihren Seelen. Sie sollen durch staatliches Eingreifen in die Gesellschaft integriert werden, sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Doch wieder: Wer ist die Gesellschaft? Einzelne Menschen! Kann man Menschen zwingen, andere Menschen freudig in ihren Kreisen aufzunehmen? Wäre das nicht ungerecht?

V Soziale Teilhabe soll weiterhin durch Schaffung von materiellen Grundlagen herbeigeführt werden, also Geld für Sportvereine und ähnliches. Bei diesen Grundlagen stehen wir jedoch vor allen Problemen der Umverteilung (I-III) und auch des letzten Punktes. Diese Annahme ist jedoch ungemein falsch: Aktiver Teil „der Gesellschaft“ wird man nicht durch Materielles. In die Gesellschaft integrieren können sich nur die betroffenen Menschen und natürlich die aktiv integrierende Gesellschaft selbst. Der Staat aber kann dies, durch irgendwelche Zwangsmittel, nicht, denn diese Zerreißen und Spalten die Gesellschaft tendenziell eher, als irgendwen an ihr teilhaben zu lassen.

VI Zuletzt besteht das Thema der Chancengleichheit. Nachdem durch den realen Sozialismus des 20.Jhdts und dessen Scheitern die Idee der Gleichheit zu Recht in Verruf geraten ist, spricht man nicht mehr von tatsächlicher Gleichheit, sondern von "Gleichheit der Chancen". Ist das nicht für alle wünschenswert? Wenn wir uns alle an den Beginn unseres Lebens denken, ohne zu wissen, was unsereFähigkeiten und unser gesellschaftlicher Stand sein wird,  würden wir dann nicht alle dieselben Chancen haben wollen. Das Problem dabei ist die Konstruktion dieses Zustandes der Unwissenheit. In Wahrheit weiß nämlich jeder in hohem Maße, wie viel er besitzt, was er kann, zu wem er Beziehungen hat usw. Der Mensch definiert sich tatsächlich über all dies. Tatsächlich ist wichtig zu verstehen:

VII Die Menschen sind Ungleich. Ungleich in Besitz, Begabungen, Beziehungen. Wie will man zwischen einem Genie und einem Idioten Chancengleichheit schaffen? Alles was den Menschen ausmacht, gibt ihm Chancen. Wer die Chancen gleich machen will, der muss dazu die Menschen gleichmachen. Und da er die Idioten nicht schlau machen kann, die Hässlichen nicht schön und die Schwächlinge nicht zu Muskelprotzen, kann er stets nur die Begabten zurück halten. Ist dies soziale Gerechtigkeit? Alle Menschen in ihren Begabungen zurückzuhalten, damit sie möglichst (chancen-)gleich sind? Natürlich wäre dies eine Schreckensherrschaft, in welcher der Staat als Schützer der Gerechtigkeit sich ad absurdum führt.

VIII Vermischt mit der Chancengleichheit fällt meist das Wort der „Startgleichheit“. Man stellt sich einen Wettlauf vor, in dem jeder an derselben Linie startet. Das klingt natürlich verlockend. Doch es wird eines vergessen: Bereits nach wenigen Sekunden gibt es einen ersten und einen letzten Läufer, denn sie alle haben verschiedene Reaktion, Ausdauer und Kraft. Und natürlich auch verschiedenes Glück. Das Problem liegt in der Festlegung des Startpunktes. Wann soll man den Menschen Chancengleichheit geben? Zu Beginn der Schule? Aber da sie ungleich sind, und gleiche Behandlung bei Ungleichheit zu Ungleichheit führt, werden sie schon für die zweite Klasse nicht mehr die gleichen Chancen haben. Und die Gleichheit immer neu erreichen zu wollen, wäre genau die obig geschilderte Terrorherrschaft der willkürlichen Niederhaltung und Gleichmachung gegen die Gesellschaft – übrigens wären dann zumindest die Herrscher und Gleichmacher nicht gleich. Ein vielfaches Paradox, dass stets im Terror gegen die Gesellschaft endet.

IX Zum Schluss noch einmal provokativ: Staatliche Einbindung in die Gesellschaft, Grundsicherung durch Umverteilung, eine starke (erzwungene) Gemeinschaft in der sich jeder zwangsweise unterstützt, eine Gemeinschaft in der vom Staat gleiche Chancen und systematische Förderung erhält – Dies als Ideal genommen, war das dritte Reich die Inkarnation der sozialen Gerechtigkeit. Dass diese nur „Ariern“ zukam, während „mindere Völker“ misshandelt wurden, ist natürlicher Teil der „Mehrheitsgerechtigkeit“.

Anm: Ich fürchte es ist notwendig hier noch einmal darauf hinzuweisen, dass ich KEINESFALLS das Wort gegen Hilfe für Hilfsbedürftige führe. Mein Angriff gilt lediglich dem Konzept staatlicher "sozialer Gerechtigkeit" und dessen widersprüchlichen Inhalten.

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Sat, 17 Jul 2010 01:08:00 -0700 Tag 723.65 http://www.mea-sponte.de/tag-72365 http://www.mea-sponte.de/tag-72365

Von Staatsmacht, Bürokratie und dem Zeitalter der sozialen Gerechtigkeit. Wie es aussieht, wenn Menschen zu Nummern werden. Habe ich vor knapp einem Jahr geschrieben und jetzt wiederentdeckt, jetzt habe ich auch eine Plattform zur Veröffentlichung.

"Willkommen zu Tag 723.65 in Behörde 7734! Sie wissen was zu tun ist. Routine, alltäglich gleiches, und doch seien sie sich der Bedeutung ihres Tuns für die Gesellschaft bewusst. Sie wird es ihnen danken. Und nun heiter an die Arbeit. 372, überbringen sie die Akte B.83 der Ordnungs- und Prüfstelle P.5.8.O. Es geht um die Arbeitsbescheinigung des Herrn 86453, er hat den Antrag 464 nicht pflichtgerecht eingereicht und das Dokument T-7-7 noch dazu falsch ausgefüllt. Unglaublich was für unfähige Menschen sich in dieser Welt herumtreiben. Nun trödeln'se mal nicht so 483. Der Komissar erwartet schnellstmögliche Erfüllung T2s! Nein, der einfache Mensch kann sich gar nicht vorstellen, was wir hier leisten. Er kennt den Wert der Ordnung nicht. Wo wir gerade dabei sind, 890 haben sie bereits Papier Up-zx2 abgehandelt? Herr 70344 wartet auf seine ärztliche Behandlung. Doch dass er sie bekommt, das verdankt er uns, da sind wir uns einig, nicht wahr 363 und ... wie auch immer sie heißen, der Herr mit dem Computer davorne, der Anträge auf Immobilienerwerbe behandelt. Wie steht es um Antrag 7953.0.8, Nummer ... 4790, ah da haben wir es ja, beinahe hätte ich ihren Namen vergessen. Lachhaft. Niemand wird bei uns vergessen, denn das Zeitalter der sozialen Kälte wurde durch Paragraphen G76,43 aus der Welt verbannt und das verdankt ihr letztendlich uns. Reichen sie mir doch schnell den Heiratsantrag 3 des netten Herrn 1290 herüber. Was? Abgelehnt? Zurecht, zurecht, ich mochte ihn eh nie. Er wird es wohl nie zu einer Familie schaffen, aber so ist das halt. Verbrecher 9913783 an HS77 überstellen und ihm Behandlung TZ-12 zukommen lassen. Seine Akte können sie gleich entfernen, 387. Wo wir gerade bei Kindern waren, wie steht es mit dem Zusatzpapier 82 zu Antrag 6362? Das nervige Blag aus Block 1224 wartet noch immer auf ihr Haustier, das wegen Nichteinhaltung der Paragraphen 734 OsGb und 23 Tgb eingezogen wurde. Sachbearbeiter 543, was meinen sie? Fall angenommen? Höchst ordentlich, das arme Kind. Antrag auf Wohnortswechsel in Ordner Bx-637 verschieben, Nummer 723, sie tun das ja nicht das erste Mal, Antrag auf Kindszeugung gemäß Paragraph 812 ignorieren - sie wissen schon Wachstumsberechnung TM-10 drängt uns, drängt uns sehr. Doch wir werden es schaffen, so wie wir Tag 688.99 nach dem schrecklichen Vorfall von önvk-23 die Straßen von Gesindel befreit haben, danken wir Notfallpapier 160. Bei uns gibt es keine Not mehr. Die Welt ist gerecht (siehe Paragraph 1) und allen geht es gut (siehe Paragraph 2) und letztlich leben alle 0er und 1er in perfekter Ordnung zusammen. Beim ersten Paragraphen, was tun sie da 2.00? Tun sie doch das Messer weg, bei allem was Recht und Ordnung ist, lassen sie das!
(Stille)
Der Prozess läuft fort wie gehabt, es hat ein Regierungswechsel, Wahlprozess 209 stattgefunden und gemäß Nstgb 179 - es muss ja alles seine Ordnung haben -wurde ein personeller Wandel beschlossen, ja sie nicken zurecht 901, es geht aufwärts! 568 ist, wie sie sehen, zurückgetreten, wir danken ihm für seine pflichtbewusste Arbeit, wie es Paragraph 89.2 es uns zurecht beibringt und setzen den Prozess, in seinem Interesse,  fort. Was haben wir als nächstes auf Planliste 1546? Ah, der Antrag der Frau 9022 auf Arbeitsaufnahme in Sektor C-90. Und bevor ich es vergesse: Leiten sie Bestattungsformular-28.9-A ein. Zuvor natürlich Entsorgungspapier B-629, der kann ja nicht ewig hier lieben bleiben, nicht wahr?"

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Thu, 15 Jul 2010 02:48:00 -0700 Politik ist lächerlich - Ich und die Tagespolitik http://www.mea-sponte.de/politik-ist-lacherlich-ich-und-die-tagespolit http://www.mea-sponte.de/politik-ist-lacherlich-ich-und-die-tagespolit

Mit vielleicht vierzehn oder fünfzehn kam es, dass ich mich wirklich tiefgründig für das politische Geschehen interessierte. Ich hatte in der Schule alles mögliche über Demokratie, Parteien und Wahlen gelernt und verfolgte die politischen Geschehnisse in Tagesschau, Zeitungen und Internet, sah politische Magazine, informierte mich, las Parteiprogramme und Kommentare zu diesem oder jenem Geschehnis. Ich war stolz auf diesen Staat, bewunderte die Politiker, die für ihre Meinungen und - natürlich - das Gemeinwohl kämpften. Kurzum: Ich war ein "guter, politisch interessierter und aufgeklärter, pflichtbewusster Demokrat ", so wie man mich haben wollte.

Später erkannte ich mehr und mehr, was in der Politik wirklich vor sich geht. Statt bewundernswerten uns dienenden Volksvertretern offenbarten sich mir verschrobene Ideologen und/oder Opportunisten mit gehaltlosen Argumenten und flachen, immergleichen Parolen, deren Politik nie wirklich funktioniert und nichts besser macht, die schlimmstenfalls nur irgendwelche Sonderinteressen vertritt, mit Geld und Priviliegien für die einen um sich wirft, während sie die anderen (nach und nach mehr oder weniger alle) entrechtet und misshandelt werden.

Meine rosa Brille hatte ich verloren, ich sah mehr und mehr was für Lügen und schlechte Parolen mir tagtäglich präsentiert wurden. Und ich ärgerte mich. Immer und immer wieder. Ich brauchte nur den Fernseher anzuschalten und wieder eine dieser armseligen Politkreaturen predigen zu hören um meinen Puls mit jedem Wort schneller werden zu lassen. Oft enthielt jeder Satz mehr unendlich falsche Annahmen und Parolen als Worte.

Doch auch das habe ich mittlerweile hinter mir gelassen, oder versuche es zumindest. Die rosa Brille wurde mir abgerissen, jetzt versuche ich sie durch eine lässige Sonnenbrille zu ersetzen. Was soll ich mich über die Idioten in Berlin oder sonstwo ärgern?
Mehr noch: Eigentlich sind sie ungemein lächerlich. Bundestagssitzungen beispielsweise haben zuweilen etwas verstörend humoröses an sich. Da sitzen einige Dutzend Leute in einer pompösen Halle in Berlin und diskutieren voller Eifer darüber, wie sie Geld, das nicht ihnen gehört für Dinge verwenden, von denen sie nichts verstehen und deren immer wieder miese Folgen sie nicht absehen können, die sie aber so oder so überhaupt nicht betreffen, sondern irgendwelche Leute, die sie nicht kennen. Natürlich tut all das ader gelangweilt bis eifrigen Überzeugung in jedem Beitrag keinen Abriss. Dass diese Menschen dafür auch noch bezahlt werden, setzt der Lächerlichkeit die Krone auf. Wie schaffen diese Menschen es eigentlich, diese kafkaeske Situation ernstzunehmen?
Ich zumindest nehme sie nicht mehr ernst. Tagespolitik, das ist Diskussion und Umsetzung von (mehr oder weniger) Kleinigkeiten, welche von den einen wenigen ebenso ahnungslosen wie unbetroffenen Leuten für die vielen, die damit leben müssen, über deren Köpfe hinweg bevormundent entschieden wird. Nichts könnte mich mittlerweile mehr langweilen, oder, wenn ich es reflektiere, manchmal auch belustigen. Aber interessieren? Ich muss so oder so mit den ewigen Fehlentscheidungen der Politik leben und dass ich das auch tue, dafür werden die freundlichen Staatsdiener mit der Waffe am Gürtel (und zur Not an meinem Kopf) schon sorgen. Wieso sollte ich diesen perversen Affenzirkus auch noch mit Aufmerksamkeit würdigen?

Wenn ich heute wieder den Fernseher anschalte und einen dreist-dämlich grinsenden Guido Westerwelle oder einen übermäßig vor Eifer und Körpermasse schwitzenden Sigmar Gabriel sich voll Überzeugung über alltägliche "unglaublich wichtige" Themen auslassen sehe, kann ich nur den Kopf schütteln. Unverständnis, bei guter Laune ausgelassenes Lachen über diese Abstrusitäten, bei schlechter Laune ein wenig genervtes Stirnrunzeln. Und manchmal etwas Mitleid.

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Wed, 14 Jul 2010 07:07:00 -0700 Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft - Ein Gedankenspiel http://www.mea-sponte.de/staatliche-eingriffe-in-die-wirtschaft-ein-ge http://www.mea-sponte.de/staatliche-eingriffe-in-die-wirtschaft-ein-ge

Viel ist über die Notwendigkeit, Wirksamkeit, vor allem aber Art von staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft gestritten worden und wird noch weitaus mehr gestritten werden. Letztendlich aber ist fast jeder überzeugt, dass staatliche Eingriffe in die Wirtschaft diese stützen, Marktversagen deckeln und letztlich gut für alle sind. Doch ist das wirklich der Fall?

Nachtrag: Absolut zutreffend lässt sich das ganze Gedankenspiel natürlich auf jedes Problem anwenden, das die Politik zu lösen versucht, nicht nur auf rein wirtschaftliche Interventionen.


Ich möchte zu dieser Thematik einmal ein kleines und sehr simples Gedankenspiel wagen.

Nehmen wir einmal 3 Punkte als Grundannahme:
1. "Die Wirtschaft", also die Gesamtheit des Marktes ist unglaublich komplex und schwer zu überblicken.
2. Es kann in diesem komplexen System zu Störungen, Problemen und Krisen kommen.
3. Der Staat kann mit der richtigen Wirtschaftspolitik diese Störungen beheben.

Natürlich ließe sich über Punkt 2 und 3, weniger über 1, schon berechtigt streiten, aber das lassen wir ersteinmal ganz beiseite und nehmen es - wie die Vertreter staatlicher Eingriffe dies tun müssen - als gegeben an.

Es ist nur logisch, dass es in einem so gewaltigen und unüberblickbarem System wie der Gesamtwirtschaft, die alles vom Brötchenbacken, über den Autobau bis zum Auslandshandel oder abendlichen Bier in der Kneipe umfasst, insgesamt viel mehr Möglichkeiten gibt, falsch einzugreifen, als richtig. Genauso, wie es an einem Computer viel mehr Möglichkeiten gibt, Teile falsch zu verdrahten oder zu behandeln, als richtig, denn es gibt meist nur eine Lösung und nahezu unendlich viele falsche Ansätze. Und "die Wirtschaft" ist natürlich weitaus komplexer als jeder Computer, schon, weil die Menschen als Teil der Wirtschaft so komplex sind.
Und genauso wie Computer von Experten gebaut und repariert werden, braucht die eingreifende Politik daher auch einen Wirtschaftsexperten.

Doch schon da tritt das erste Problem auf: Es gibt eine nahezu unendliche Anzahl von Meinungen zu jedem Staatseingriff in die Wirtschaft, ganz besonders unter den sogenannten "Experten". Welchem dieser Propheten soll man denn nun Glauben schenken? Schließlich gibt es, wie wir gesehen haben, bei einem so komplexen System viel mehr Möglichkeiten, falsch zu liegen und das Problem nicht zu beheben, als dies tatsächlich zu tun.

Aber nehmen wir an, im allgemeinen herrsche Sachverstand und verhältnismäßiger Konsens bei Regierung und Experten und in immerhin 1/3 der Lösungsversuche setzt sich der richtige Experte durch - und das Problem wird perfekt gelöst, so dass es nie wieder eine Rolle spielen wird. Angesichts der unendlichen Vielzahl an falschen Aktionen und der Anzahl verschiedener Experten ist eine Erfolgsrate von 1/3 bereits sehr hoch. Ein nachträglicher Blick auf die Geschichte der Wirtschaftspolitik würde zu einem weitaus pessimistischeren Verhältnis führen.

Bislang schaut es doch tatsächlich alles recht gut auf für die Vertreter staatlicher Wirtschaftseingriffe. Schließlich führt ja nun jeder dritter Lösungsansatz zur Problemlösung. Und natürlich kann man es auch, wenn sich herausstellt dass ein Versuch wirkungslos war, einfach noch einmal versuchen. So werden nach und nach alle Probleme dieses so komplexen Systems gelöst, Marktversagen gedeckelt und schließlich Wohlstand für alle herbeigeführt - durch Eingreifen des Staates.

Tatsächlich mag dies bisher sehr effektiv und nützlich wirken - aber nur, weil der entscheidende Teil einfach ignoriert wird: Der Fehlschlag der Politik. Wenn jeder dritte Lösungsansatz zum Ziel führt, heißt dies mehr als das zwei Probleme je Lösung ungelöst bleiben und vielleicht später behoben werden können. Denn wenn zwei von drei Versuchen nicht gelingen, heißt das nicht, dass das keinerlei Folgen hat. Wenn - einmal ein willkürliches Beispiel - auf eine Krise eine Leitzinssenkung nötig gewesen wäre und stattdessen eine -Erhöhung vorgenommen wurde, heißt dies nicht nur dass die Krise weiter fortbesteht, sondern dass weithin nun auch noch die Probleme der Leitzinserhöhung besteht, welche die Wirtschaft negativ beeinflusst. Es wurde also nicht nur ein Problem nicht behoben, es wurde weiterhin ein weiteres erzeugt.

Sagen wir einmal, auch hier lehrt ein einfacher Blick auf Geschichte, alltägliche Politik oder einfach die Komplexität der Wirtschaftsvorgänge anderes, dass nur die Hälfte der Fehlschläge negative Folgen zeitigt und die andere Hälfte quasi effektlos "verpufft". Mit den bisher dargelegten Zahlenverhältnissen würde für jedes gelöste Problem der Wirtschaft ein neues entstehen: Nehmen wir an, 3 Probleme treten auf, 1 Ansatz trägt zur Lösung bei, zwei nicht, einer davon ruft ein neues Problem hervor, dann haben wir wieder nach wie vor 3 Probleme.

In diesem Fall, und alle Zahlen sind bisher wirklich staatsfreundlich bemessen, werden die Probleme nicht weniger. Dafür wurden aber Unmengen an Steuergeldern und Zeit aufgewendet.

Und nun seien wir einmal nicht so staatsfreundlich und sagen - was viel wahrscheinlicher ist - dass jeder Fehlschlag ein neues Problem hervorruft. In diesem Fall, würde Interventionismus nichts anderes bedeuten, als dass für jedes gelöste Problem zwei neue entstehen - die Menschen (die Wirtschaft) hätten ohne Eingriffe weniger Probleme.
Gleiches wäre der Fall, wenn die Chance, einen richtigen Ansatz zu haben geringer wäre, etwa nur 1/4 oder noch weniger. Dies mag etwas wegen partei-ideologischer Verblendung, politischer Machtkämpfe, einer allgemein unfähigen Ökonomenriege oder auch politischem Aktionismus der Fall sein. All dies trifft heute in gewissem Maße ohne Frage zu.

Und mit der steigenden Anzahl an Problemen nimmt deren Anzahl bei Lösungsversuchen natürlich exponentiell zu und steigt immer weiter, ebenso wie die Staatstätigkeit und deren Kosten. Immer mehr Krise, immer mehr Probleme und noch dazu, immer mehr Staat mit all seinen Problemen und Kosten. In allen Fällen ginge es den Menschen, diesen einfachen logischen Grundsätzen folgend, also ohne Wirtschaftseingriffe tendenziell eher besser, oder?

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Wed, 14 Jul 2010 07:04:00 -0700 Und doch noch... http://www.mea-sponte.de/und-doch-noch http://www.mea-sponte.de/und-doch-noch

Lange habe ich es vor mir hergeschoben, mehrmals hatte ich es mir vorgenommen. Erst jetzt gebe ich dem unbestimmten inneren Ruf schließlich doch noch nach - und beginne zu bloggen.
Mehr als genug Gedanken drängen danach, ausgedrückt zu werden und mehr als genug Widersinn birgt die Welt, um zu weiteren Gedanken anzuregen. Ob nun tatsächlich etwas Lesenswertes dabei herumkommt oder das Blog nur Träger verschriftlicher Selbstreflexion wird - es hat begonnen.

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